Gutes Alpen Challenge Wochenende
Alles begann beim Zeitfahren vom Samstag. Leicht unmotiviert - wegen des doch länger als vorausgesagt anhaltenden Regens - fuhren wir nach Lenz. Wir, das sind Alvaro, Ruth und ich. Nummer abholen, nachmelden für den Sonntag kurz einfahren und schon war ich mit Fahren dran.
Anfangs lief es sehr gut, ich kam gut vorwärts und fühlte mich gut. Leider überdrehte ich in Brienz ein wenig zu sehr, worauf ich mühe hatte, wieder einen guten Tritt zu finden. Auf dem letzten Kilometer konnte ich wieder ein wenig aufdrehen. Im Ziel fuhr ich mit der bis anhin zweitbesten Zeit ein.
Leider waren drei noch schneller, somit wurde ich gesamt fünfter. In der Bündner Cup Wertung reichte es aber doch für Platz 3. Also konnten Alvaro und ich wieder mal aufs Podest ;)
Der Sonntag
Sonntag Morgen, 6:30h - Start zur eigentlichen Challenge. Ich hatte vor die grosse Strecke zu fahren. Zuerst die kurze Abfahrt und dann rein in den Albula. Schon im Bergüner Stein fiel mir der Anstieg nicht schwer, ich merkte dass heute etwas laufen kann. Ich kam auf der Passhöhe mit der Verfolgergruppe an. Die Sonne begrüsste uns schon 2km vor der Passhöhe.
Rein in die Abfahrt, rein in den Nebel runter ins Engadin. Am Kreisel wo die Teilung der zwei Strecken ist, fuhr ich mit 6 anderen Richtung Bernina. Die Gruppe harmonierte sehr gut. So brauchte wir knapp eine Stunde bis in die Forcola. Trotz des grossen Verkehrs in Livigno kamen wir sehr gut durch. Vor dem Tunnel Richtung Schweiz musste ich kurz für kleine Jungs - Gruppe weg. Im Tunnel Vollgas und im Ova Spin Aufstieg ein wenig schneller als normal und schon konnte ich wieder zwei der Gruppe einholen. In der Abfahrt nach Zernez holten wir nochmals zwei ein. Dass hiess zu dem Zeitpunkt, dass 4 vorne weggefahren sind.
Im Engadin harmonierten wir zu fünft sehr gut und konnten somit kraftschonend und doch relativ schnell bis an den Julier zusammen fahren. Im Julier fuhr dann jeder sein Tempo. Ich fuhr mit einem Deutschen weg, wurde nach ca. 1km des Anstiegs von meiner Frau verpflegt. Nochmals kurz halten und nochmals für kleine Jungs ;) Nun war ich Leer und leichter um im Julier ein wenig zu forcieren. 1km vor der Passhöhe konnte ich den ersten der vorderen Gruppe überholen. Oben nochmals eine volle Flasche, dann war es Zeit für die grosse Aufholjagd.
Von hinten drohte keine Gefahr mehr. Ich fuhr ein EZF runter nach Bivio, Savognin, Cunter. Dann im Aufstieg nach Salouf sah ich die Gruppe ca. 500m vor mir. Vor dem höchsten Punkt und der letzten Zwischenwertung konnte ich die Gruppe stellen. Runter nach Tiefencastel. Dann ging es in den letzten Anstieg. Ich fühlte mich immer noch sehr gut, Selbstvertrauen hatte ich genügend getankt, indem ich die Gruppe vor mir geholt habe. Nun lag der vierte Gesamtrang in greifbarer Nähe.
Einer der Gruppe musste vor Crappa Naira abreisen lassen, nun waren wir noch zu viert - im schlechtesten Fall der achte Gesamtrang. Zuerst wollte ich bei Crappa Naira angreifen. Aber genau das machte einer der Gruppe ca. 500m vor dem Punkt den ich dafür asugewählt habe. Und siehe da, sie stellten Ihn. Also hiess es umdenken. Die letzte Chance war es auf einen Sprint drauf ankommen lassen. 2km vor Schluss, Gruppe immer noch zusammen. Dasselbe unter dem "Flame Rouge" Wimpel. Bei der Markierung 200m griff der erste an, alle taten es gleich, ich konnte von leicht hinten lossprinten - es funktioniert, ich war der erste eingangs Lenz in der Schlusskurve, und auch der erste, welcher die Ziellinie überquerte. Der vierte Gesamtrang und der zweite Kategorienrang!
Ich konnte es kaum glauben, ich habe vom Julier bis ins Ziel eine komplette Gruppe gestellt und diese im Spurt geschlagen, Rang vier erreicht und das bei meiner ersten Teilnahme auf der langen Strecke!
Ich umarmte meine Frau und dankte ihr - Sie hat mittlerweile einen solch unschätzbaren Wert beim Begleiten und verpflegen!
Nun heisst es ein wenig der Regeneration fröhnen - am Wochenende ist der Nationalpark Bike Marathon. Nochmal ein schönes Resultat rausfahren wäre sehr schön.
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